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Goldberg; WAZ 7.10.2010  
Goldberg; RN 2.11.2010  
Berliner Abendblatt; 9.1.2010  
 
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Johannes Buchholz Streuobst 2003
 
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Es geht nur ums „Fressen“
Ruhr-Nachrichten, 2. November 2010

Konzert in der Stiepeler Dorfkirche beendet als Finissage Buchholz-Ausstellung

Bochum . „Kraut und Rüben haben mich vertrieben“ ist der Titel eines Gassenhauers, der Mitte des 18. Jahrhunderts bekannt und beliebt war. Johann Sebastian Bach hat es verstanden, dieses Volkslied, das einer typischen bäuerlichen Bergamasca-Melodie folgt, auf eindrucksvolle Weise der Nachwelt zu erhalten. In der 30. Variation des so genannten „Goldberg-Zyklus“, hat er es zusammen mit einem anderen damals beliebten Volkslied, „Ich bin so lange nicht bei dir gewest“ künstlerisch zu einem Quodlibet (Latein für: Wie es beliebt) verwurstet und damit die Volkslieder „geadelt“, in dem er sie in die Sphären barocker Variationskunst erhob. Diese berühmte 30. Variation war jetzt titelgebender Teil für ein klassisches Konzert in der Stiepeler Dorfkirche. Eben unter dem Motto „Kraut und Rüben haben mich vertrieben“ wurde eine Auswahl von Bergamasca-Variationen verschiedener Komponisten zu Gehör gebracht. Kirchenmusikdirektor Michael Goede leitet das Publikum durch das Konzert. Goedes Orgel- und Cembalo-Intonierungen wurden ergänzt durch Auftritte des Streichtrios „Caterva Musica“. Das Barockensemble, bestehend aus den Violinisten Elke und Wolfgang Fabri sowie Olaf Reimers am Violoncello, brachte die 30. Variation zu Gehör. Das gut besuchte Konzert bildete die Finissage für eine vierwöchige Bilderausstellung. Der Berliner Künstler Johannes Buchholz hatte den Oktober hindurch in der Stiepeler Dorfkirche 31 abstrakte Bleistiftzeichnungen ausgestellt. Zur 30. Variation gab es selbstverständlich auch ein Bild: eine Kohlkopf-Weltkugel, umrankt von barocken Engeln, soll zum Ausdruck bringen, was Bach aus seinen Gassenhauern lernte: Aller hohen Kunst zum Trotz geht es im Leben doch nur um „Fressen, Saufen“, so Buchholz in seiner Bilderläuterung, „und die Liebe“.
       
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