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Goldberg; WAZ 7.10.2010  
Goldberg; RN 2.11.2010  
Berliner Abendblatt; 9.1.2010  
 
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Johannes Buchholz Streuobst 2003
 

Thomas Lachenmaier
Linien, Landschaft, leere Leinwand
Badische Zeitung, 14. Mai 2008

Unwillkürlich macht man sich beim Betrachten der Bilder von Johannes Buchholz ans Entdecken, will die geschaffenen Ordnung ausfindig machen, von der seine Bilder doch ganz offenbar künden. Schließlich erkennt man Einzelheiten: Architektonisches, Städtebauliches. Ist das nicht eine Straße, sind das nicht Oberleitungen?
Aber es geht dem Zeichner wohl nicht um die Darstellung dessen, was zu sehen ist. Er entkleidet das Gesehene von dem Allermeisten, auch vom Menschen. Zurück bleibt ein fragiles, durchsichtiges, splittriges Gefüge von Linien. Sie verlaufen parallel und laufen auseinander, fügen sich zusammen, man erkennt Strukturen und Rhythmen.

Die Bilder von Johannes Buchholz im Freiburger Morat-Institut gleichen einem kartografischen Projekt, dessen System von Symbolen man nicht kennt: einer unvollständigen architektonischen Skizze. So bleibt das Verstehen woanders zu suchen als im Aha-Erlebnis des Wiedererkennens. Bemerkenswert ist die Leichtigkeit der Bilder, sie sind so durchsichtig. Von so sparsamer Ausführung, dass sie eine gewisse Unnahbarkeit ausstrahlen, sie scheinen auch als Objekte Respekt zu gebieten. Dieser Eindruck wird sehr von der ungewöhnlichen Hängung gefördert. An dünnen Fäden schweben die Blätter zwischen Boden und Decke, einige Zentimeter von der Wand. Zu Bildobjekten geworden, sprechen sie noch deutlicher von der behutsamen Annäherung an das Reale, die bei Johannes Buchholz offensichtlich eine zentrale Rolle spielt. (...)

       
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